Festnetz

Umstellung vom analogen Festnetzanschluss auf die Internettelefonie

Nun ist es soweit!

Deutschland stellt seine Telefonanschlüsse um. Wer bisher noch über einen analogen Anschluss oder mit ISDN telefoniert, gefaxt und das Internet genutzt hat, wird bald nur noch über das Internet kommunizieren können. Der normale Festnetzanschluss, wie wir ihn kennen, wird bald Geschichte sein.

Die Telekom und alle anderen Netzanbieter werden sowohl die privaten, als auch die geschäftlichen Telefonanschlüsse, die bislang über analog und ISDN liefen, auf das sogenannte VoIP (Voice over IP) umstellen. Das heißt, dass das gesamte deutsche Telefonnetz ausschließlich über die Internetleitung laufen soll. Hierfür kündigt die Telekom die bisherigen analogen und ISDN- Anschlüsse und bietet, wenn gewünscht, neue Verträge für die Internettelefonie an. In vielen Großstädten, wie beispielsweise Hamburg, Berlin und München ist diese Umstellung bereits 2016 erfolgt. Bis 2018 sollen auch schrittweise die Festnetzanschlüsse in den kleineren Orten in Deutschland umgestellt werden.

Leider wird niemand um diesen Wechsel herumkommen, da die Netzanbieter auf lange Sicht keine ISDN-Verträge mehr anbieten werden. Eine Umstellung zur Internettelefonie ist somit unvermeidlich. Der Netzanbieter Vodafone beispielsweise zögert die komplette Umstellung allerdings bis 2022 hinaus. Auch wird es unumgänglich sein, sich neue Endgeräte für das VoIP anzuschaffen, da viele bisher genutzten Geräte mit der neuen Technik nicht kompatibel sind. Je eher man seinen Netzanschluss auf die Internettelefonie umstellen lässt, desto mehr spart man Kosten und Nerven, da es im schlimmsten Fall zu einer zwanghaften Abschaltung und Kündigung des bisherigen Anschlusses kommen kann. Daher sollte man sich die Zeit nehmen, nach einem passenden Netzanbieter zu suchen und Preise zu vergleichen. Für analoge Telefonanschlüsse ohne DSL soll es jedoch Ausnahmen geben. Da überwiegend Senioren einen analogen Telefonanschluss ohne Internet nutzen, soll eine entsprechende analoge Schnittstelle in den Vermittlungsstellen erhalten bleiben. So bleibt älteren Festnetznutzern der Umstieg auf VoIP erspart und der Telekom fallen keine zusätzlichen Supportkosten an, die mit großer Wahrscheinlichkeit auftreten würden. Die ISDN-Anschlüsse sind von dieser Ausnahme ausgeschlossen, da die Geschäftsführung der Telekom das ISDN-Netz im Jahr 2018 komplett und endgültig abschalten möchte.

Die Umstellung auf VoIP bringt natürlich auch Vorteile mit sich. Die laufenden Telefonkosten werden geringer sein, als bisher. Auch ist die Anschaffung, Administration und Wartung der neuen Geräte günstiger und es ist eine höhere Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern gegeben. Die Sprachqualität der Internettelefonie ist besser, als das Telefonieren über einen analogen oder einen ISDN-Anschluss. Für Unternehmen ist ein schnelleres Einrichten von neuen oder weiteren Arbeitsplätzen möglich.

Was muss man bei der Umstellung beachten? Man sollte zuallererst prüfen, ob man durch laufende Verträge bei seinem Anbieter noch gebunden ist, wie beispielsweise durch Wartungs- und Providerverträge. Diese werden nach der Umstellung vermutlich nicht mehr benötigt. Für den Fall, dass Sonderdienste (Dateiübertragungen oder Türöffner) mit dem ISDN-Anschluss genutzt werden, sollte man rechtzeitig beginnen zu planen, um einen ordentlichen Weiterbetrieb zu gewährleisten, denn auch die Sonderdienste sind von der Kündigung betroffen. Weiter sollte man den Telefonanschluss kündigen, jedoch nicht den Internetanschluss, da das Internet für das VoIP benötigt wird. Alternativ kann man sich natürlich nach einem neuen Anbieter umsehen und somit eventuell weitere Kosten sparen.

In den letzten Jahren hat sich das VoIP immer weiter verbessert, vor allem was die Sprachqualität und die Zuverlässigkeit angeht. Ein Ende des klassischen Telefonnetzes in Deutschland ist nun abzusehen.